Rekonstruktion der Scherenburg um 1470
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Rekonstruktion: Darius Lenz
Bildrechte: Burglandschaft
Detailinformationen zur Rekonstruktion

Ringmauer & Tor

  • Lage/Zustand: größtenteils erhalten
  • Höhe: auf Ostseite (Angriffsseite) Wehrgang in ca. 10 m Höhe, zzgl. Brustwehr; nach Westen & Süden Höhe abnehmend (tragende Stichbögen des Wehrgangs bei Treppengiebel & Tor erhalten)
  • Wehrgang: in Mauerstärke integriert bzw. auf Stichbögen ruhend; Brustwehr als durchgängige Wand mit einfachen Schlitzscharten in regelmäßigen Abständen (4-5 m); Wehrerker an Nordostecke auf drei Konsolen (s. Kunstdenkmäler Fig. 25)
  • Tor: einfacher Mauerdurchlass, Spitzbogengewände außen erhalten, dahinterliegender Stichbogen nach 1920 ersetzt aber authentisch, zwei Torflügel in Angelsteinen und Balkenriegel mit inwändigem Laufkanal, Schwellenhöhe ursprünglich vmtl. niedriger als heute

Graben

  • Lage/Zustand: außen komplett umlaufender Graben; im Norden nur teilweise verfüllt, im Osten (Halsgraben) heute komplett verfüllt, im Süden ebenfalls verfüllt
  • Tiefe: unbekannt; im Norden vmtl. 2-3 m tiefer als heute und mit kleinerer sowie tiefer liegender Berme; im Süden analog zur Nordseite, jedoch mit breiterer Berme zwecks Zuwegung zum Tor vom Tal her; im Osten vmtl. tief in den Fels eingeschnitten (in Kunstdenkmäler Fig. 25 ansatzweise erkennbar), schätzungsweise 4-6 m
  • Tor: vmtl. keine Grabenquerung mittels Brücke o.ä.; Zuwegung von Südwesten über die Berme entlang der Stadt-/Ringmauer

Bergfried

  • Lage/Zustand: bis zum Wehrgeschoss erhalten; Durchmesser am Turmfuß knapp 8 m; Mauerstärke im Untergeschoss ca. 2,50 m, im Obergeschoss ca. 2,20 m, im Wehrgeschoss ca. 1,90 m (s. Kunstdenkmäler Fig. 27)
  • Zugang: in ca. 12 m Höhe auf Nordseite, Rundbogengewände mit einfacher 45°-Fase, zwei Konsolen für davor liegende Plattform, hölzerne Brückenkonstruktion zur Ringmauer ist anzunehmen
  • Fenster: im Untergeschoss Rest eines Lichtschlitzes auf SW-Seite ca. 4 m oberhalb heutigem Bodenniveau; im Obergeschoss drei Lichtschlitze zum Treppenaufgang; im Wehrgeschoss sechs große Öffnungen (1,90 m -2,25 m Durchgangshöhe, keine Gewände, Stichbögen)
  • Wehrgeschoss: außen umlaufender hölzerner Wehrgang ist anzunehmen (s. Kunstdenkmäler S. XX); im erhaltenen Baubestand sind keine Hinweise auf stützende Kragbalken ersichtlich (Drohnenbefliegung 2020), der oberste Teil des Bergfrieds ist durch moderne Sicherungsmaßnahmen jedoch stark überprägt
  • Dach: Konstruktion sowie Dachhaut unbekannt; vmtl. Kegeldach auf vollem Turm-Durchmesser mit konstruktiv verbundenem Wehrgang nach Art einer umlaufenden Hurde auf Mauerabsatz und/oder Kragbalken

Wohnbau

  • Lage/Zustand: Grundriss gesichert, Gewölbekeller komplett, obertägig nur Nordwand erhalten; 2 Vollgeschosse in Stein, Dachgeschoss mit Treppengiebeln; Bauzeit vmtl. erst nachdem Hochstift Würzburg 1469 alleiniger Besitzer von Burg und Stadt wurde, Ringmauer & Bergfried dagegen aus dem 13. Jh.
  • Keller: zweischiffiges Gewölbe in 7 Jochen, nach Westen 6 kleine rechteckige Fenster mit einfachen 45°-Fasen (mittleres Joch laut Kunstdenkmäler S. XX ohne Fenster); südwestlicher Eckverband außen noch erkennbar; heutiger Zugang nicht original, ursprünglich Zugang von Süden her ins östliche Gewölbeschiff ca. 1,60 m breit (heute vermauert, Baufuge aber erkennbar)
  • Erdgeschoss & Obergeschoss: Geschosshöhen an Nordwand ablesbar (Laufniveau des Erdgeschosses ursprünglich etwas tiefer als heutiges Burghofniveau); hohe, vertikal geteilte Fenstern mit gefasten Gewänden in Nordwand; Portal und Kapellenerker im Obergeschoss spekulativ; Wände angesichts großflächiger Putzreste an nördlicher Giebelwand einst verputzt
  • Dachgeschoss: Höhe und Dachneigung an erhaltenem Stufengiebel ablesbar; Giebelstufen ursprünglich symmetrisch (s. Kunstdenkmäler Fig. 24); Dachstuhl ursprünglich vmtl. nur zu Lagerzwecken genutzt, da die Dachgeschossfenster in der Giebelwand angesichts renaissancezeitlicher Gewändeformen erst nachträglich eingebaut sein können; Belüftungsgauben nach Vergleichsbeispielen, Anschluss an Wehrgang im Nordosten fraglich; Dachhaut aus Hohlziegel in Mönch-Nonne (Reste in nördlicher Giebelwand erhalten, Hohlziegelfund aus Gewölbekeller bekannt)
  • Aborterker: im Erd- und Obergeschoss vmtl. bauzeitlich (15. Jh.) erhalten, in Dachgeschoss/Giebel scheinbar nachträglich hinzugefügt (geringere Fläche); Deckung mit Sandsteinplatten vmtl. original

Nordbau

  • Lage/Zustand: nur Nordwand erhalten, Ansatz der Ostmauer scheint parallel zum Wohnbau ausgerichtet zu sein, Größe unbekannt; mindestens zwei Geschosse, die annähernd mit denen des Wohnbaus korrespondieren; nordöstliche Ecke außen mit deutlichem Absatz im Ringmauerverlauf (Versprung von ca. 10 cm)
  • Erdgeschoss: in Nordwand zwei große rechteckige Gewände , bodennahes Ausflussbecken in Südecke
  • Obergeschoss: Senkscharte mittig in der Nordwand
  • Probleme: Verhältnis zum darüber liegenden, von Stichbögen getragenen Wehrgang (außerhalb oder innerhalb des Gebäudes?) unklar/spekulativ; Dachform und -haut sowie Dachanschluss zur Ringmauer im Norden und zum Wohnbau im Westen ebenfalls unklar/spekulativ
  • Funktion: Angesichts der direkten Nachbarschaft zum Wohn-/Herrschaftsbau und des Ausflussbeckens im Erdgeschoss vmtl. Küche; Senkscharte belegt Wehrfunktion des Obergeschosses

Südbau

  • Lage/Zustand: Sockelmauer im Grundriss der Kunstdenkmäler Fig. 23 angedeutet; Südwand in Lithografie um 1840/1850 dargestellt; vmtl. zweigeschossig
  • Erdgeschoss: Fenster und Zugang spekulativ
  • Obergeschoss: im Osten Aborterker auf Konsolensteinen, darüber Wehrgang auf nach Norden hin ansteigenden Stichbögen; sonst hypothetisch
  • Probleme: Verhältnis zum darüber liegenden, von Stichbögen getragenen Wehrgang (außerhalb oder innerhalb des Gebäudes?) unklar/spekulativ; Dachform und -haut sowie Dachanschluss zur Ringmauer im Osten ebenfalls unklar; Endverband von Ringmauer & Wehrgang im Süden

weitere Gebäude

  • Keller: Kunstdenkmäler S. XX berichten von weiteren verfüllten Kellern östlich des Wohnbaus, die heute nicht mehr zu verorten sind; Rekonstruktion der zugehörigen Gebäude nicht möglich
  • Kapelle: 1732 fand noch eine Hochzeit in der Burgkapelle statt, deren Standort in den Kunstdenkmälern S. XX jedoch als unbekannt angegeben wird; da ein Standort in Tornähe kaum möglich erscheint, dürfte sie am ehesten im Obergeschoss des Wohnbaus zu vermuten sein
  • Randbebauung: spekulativ; kleine Gebäude, Hütten und Verschläge sind zu vermuten aber unbewiesen; am ehesten entlang der nordöstlichen Ringmauer vorstellbar; ein gestufter Mauervorsprung in 3-4 m Höhe könnte als Auflager für Pultdächer gedient haben
  • Stadtmauer: Schenkelmauern der Stadtbefestigung schließen direkt an Ringmauer der Burg an, sind jedoch deutlich niedriger und besitzen keinen Wehrgang

westlicher „Zwinger“

  • Lage/Zustand: Mauer bis Laufniveau größtenteils erhalten; keine Brustwehr vorhanden
  • Funktion: fortifikatorisch unsinnig; wahrscheinlich nur einfache Terrassenmauer, Fläche vmtl. als Burggarten genutzt
  • Zugang: unbekannt/spekulativ; vmtl. von oben her (Burghof)