Spessartmuseum im Schloss Lohr a. Main – Info

Eine Schatzkammer des Spessarts, voller Geschichte und Geschichten: Das ist das Spessartmuseum im Schloss zu Lohr am Main. Die Baugeschichte des Schlosses lässt sich zurückverfolgen bis in die Zeit um 1330, als die Eichen für die Deckenbalken des Erdgeschosses gefällt wurden. Graf Gerhard V. von Rieneck (um 1310-1381) war es vermutlich, der im Nordwesten der Stadt einen neuen Herrschaftssitz errichten ließ. Der heutige Mittelbau folgt stilistisch dem Vorbild der französischen Donjons — wie einige zur gleichen Zeit entstandene repräsentative Wohnturmbauten des Hochadels in der Rhein- Mosel-Region. Bis zu ihrem Aussterben im Jahr 1559 diente das Schloss den Grafen von Rieneck als Wohn- und Verwaltungssitz. Die Mainzer Kurfürsten als neue Landesherren übernahmen das Gebäude und gaben ihm nach und nach seine heutige Gestalt.
Seit 1936 ist im Schloss das Spessartmuseum untergebracht; Träger ist heute der Landkreis Main-Spessart. Unter dem Thema „Mensch und Wald“ vermittelt das Museum Vergangenheit und Gegenwart eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Auf über 2000 qm präsentiert das Museum unter anderem die legendären „Spessarträuber“, die als Außenseiter der Gesellschaft ihre eigene Subkultur entwickelten, und die Spessarter Glasherstellung mit seltenen Glanzstücken aus sechs Jahrhunderten.
Kontaktdaten:
Spessartmuseum
Telefon: 09353 / 7932399
E-Mail: spessartmuseum@Lramsp.de
Web: www.spessartmuseum.de

Angebote & Öffnungszeiten:
Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sammstag:10 – 16 Uhr
Sonn- und Feiertage: 10 – 17 Uhr
24.12. geschlossen
Sonderausstellungen, Audioguides, vielfälltiges Führungsangebot, Sonderkonditionen für Schulklassen, Mitmachstationen, Märchenklangraum
Erwachsene 3€, ermäßigt 2€, Kinder bis 6 Jahre frei
Wegbeschreibung:
WGS 84: 49.995919, 9.573161
Schlossplatz 1, 97816 Lohr am Main
Spessartmuseum im Schloss Lohr a. Main – Geschichte & Archäologie
Architektur in stetem Wandel
Seit 1982 wurden vor allem aufgrund von Befunduntersuchungen, Freilegungen im Zuge von Sanierungsmaßnahmen sowie archivalischer Quellenforschung neue Erkenntnisse zur Baugeschichte des Lohrer Schlosses gewonnen, auf die zum Teil Informationstafeln beim Museumsrundgang hinweisen. Eine detaillierte Untersuchung steht allerdings noch aus. Im sogenannten Rittersaal fallen die drei romanischen Säulen im Hirsauer Stil des 12. Jahrhunderts mit Würfelkapitellen auf. Ein gotisches Maßwerkfenster im 2. Obergeschoss gehörte zum Festsaal der Grafen von Rieneck. Auch ein Wandbild im 3. Obergeschoss datiert aus der Zeit der Grafen von Rieneck: Es zeigt ein adeliges Paar beim Ausritt zur Falkenjagd. Die Szene ist als Minne-Allegorie zu verstehen und entstand im Zusammenhang mit der Hochzeit Philipps II. dem Jüngeren von Rieneck (um 1427–1497) mit Margarethe von Eppstein-Königstein (um 1445–1463). Eine Wappentafel aus Buntsandstein dokumentiert diese Eheschließung von 1460. Weitere Wandmalereien aus dem 15. Jahrhundert im 2. Obergeschoss zeigen Fragmente von sakralen Motiven sowie von grotesken Fabelwesen.
Zahlreiche Wappen an Fenstern, Kaminen und Portalen ebenso wie Stuckdecken stammen aus Kurmainzer Zeit, auch der Prunkofen und die Flocktapete im Erthalzimmer, benannt nach Franz Ludwig von Erthal, Fürstbischof von Würzburg und Bamberg, der hier am 16. September 1730 geboren wurde. Seine Schwester Maria Sophia Margaretha Catharina, Freifräulein von Erthal, soll der Lohrer Fabulologie zufolge, das Vorbild für Schneewittchen gewesen sein.
Spessartmuseum im Schloss Lohr a. Main – Medien
Das Schloss Lohr im Jahre 1559 in der virtuellen Rekonstruktion
Bearbeitung: Archaeologica/MPG media production group, Seevetal





