Urkundlich erwähnt wurde die Mildenburg erstmals im Jahr 1226. Erbaut wurde sie wohl gegen Ende des 12. Jahrhunderts. Zur Sicherung ihrer Machtposition und als Zollstelle am südwestlichen Mainviereck ließen die Erzbischöfe von Mainz sie über der Mainschleife anlegen. Sie war der Sitz eines adeligen Burggrafen als Vertreter des Landesherrn im Amt Miltenberg.

Nachdem die Burg während des Markgräfler- und des Dreißigjährigen Krieges schwere Schäden erlitten hatte und der Amtmann 1730 in die Stadt umgezogen war, verlor die Mildenburg ihre eigentliche Bedeutung. Durch den Reichsdeputationshauptschluss ging die Burg 1803 schließlich in den Besitz der Leininger über. Diese verkauften die Burg allerdings bereits 1808 an den Konsistorialrat Carl Gottlieb Horstig. Er war der erste Privatbesitzer der Mildenburg. Ihm folgten eine Reihe weiterer privater Burgherren: Friedrich Gustav Habel, Wilhelm Conrady und die Familie Normann-Loshausen. Die letzte Privatbesitzerin war deren Tochter, Annunziata Edle von Oetinger.

1979 erwarb schließlich die Stadt Miltenberg die Burg. Zu diesem Zeitpunkt war sie nur noch teilweise bewohnbar und sehr renovierungsbedürftig. Viele Jahre suchten die Verantwortlichen nach einer sinnvollen Nutzung der Burg. Bis im Jahr 2000 die Idee geboren wurde, dort gemeinsam mit der Diözese Würzburg ein Museum einzurichten. 2010 begannen die umfangreichen Sanierungsarbeiten. Im Juli 2011 öffnete das Museum.Burg.Miltenberg seine Pforten.

virtuelle Rekonstruktion der Mildenburg um 1200

virtuelle Rekonstruktion der Mildenburg um 1400

virtuelle Rekonstruktion der Mildenburg um 1500

virtuelle Rekonstruktion der Mildenburg 1566 

© Reunion-Media

Museum.Burg.Miltenberg:

Hier präsentieren sich Ikonen und zeitgenössische Kunstwerke in einem spannungsreichen Dialog: Sind Ikonen darauf angelegt, sich der Transzendenz zu vergewissern, ist in der modernen Kunst die Suche nach ihr oder ihre Ablehnung wahrzunehmen. Die russischen und griechischen Ikonen stammen aus dem 16. bis 19. Jahrhundert. Jede Ikone gibt das Thema eines Raumes vor. Die modernen Kunstwerke nehmen deren Themen auf, zum Beispiel „Suchen nach dem, was wahr ist“. Auf diese Art und Weise treten die jahrhundertealten Ikonen aus dem orthodoxen Kulturkreis mit unserer westlichen, lateinisch geprägten Kultur in Beziehung.

Alle Werke des 20. und 21. Jahrhunderts stammen aus der Sammlung von Domkapitular Dr. Jürgen Lenssen (Würzburg), der auch das Konzept für das neue Museum entwickelte. Unter den ausgestellten Kunstwerken sind klangvolle Namen vertreten: Max Pechstein, Ernst Barlach, Joseph Beuys, Sigmar Polke, Sandro Chia, Michael Morgner, Markus Fräger, Susanna Storch, Ben Willikens, Thomas Lange und Michael Triegel. Die Ikonen stammen aus der Kunstsammlung der Diözese Würzburg. Ergänzend werden über 200 rumänische Hinterglasikonen (Sammlung Marianne und Dr. Joachim Nenntwig) dicht gereiht gezeigt. Sie sind Ausdruck religiöser Volkskunst und somit Ergänzung zu den Ikonen in der übrigen Burg.

In zwei Räumen des Gewölbekellers können Besucher außerdem viel Wissenswertes zur Geschichte der Burg und ihren Burgherren erfahren.

Weiterführende Informationen finden Sie bei den Museen der Stadt Miltenberg.

Impressionen aus dem Museum.Burg.Miltenberg:
Foto: Museum Miltenberg
Foto: Museum Miltenberg
Foto: Museum Miltenberg
Foto: Museum Miltenberg
Foto: Museum Miltenberg
Foto: Museum Miltenberg
Foto: Museum Miltenberg
Foto: Museum Miltenberg
Foto: Museum Miltenberg