Skip to content Skip to footer

Mit personeller und finanzieller Unterstützung durch die Gemeinde Haibach konnten im Frühjahr 2004, im Frühjahr 2005 sowie im Herbst 2014 vom Heimat- und Geschichtsverein Haibach — Grünmorsbach — Dörrmorsbach e.V. drei Ausgrabungskampagnen an der Ketzelburg durchgeführt werden. Die Grabungsleitung lag jeweils in der Hand des Archäologischen Spessart-Projekts. Ziel der Untersuchung war es zu erfahren, wann die Burganlage angelegt wurde, welche Spuren der Besiedelung sich über die Jahrhunderte erhalten haben und wie die Anlage in die mittelalterliche Kulturlandschaft des Spessarts einzubinden ist.
Funde und Befunde geben uns ein gutes Bild über das Leben der Bewohner. Im Folgenden sind einige besondere Artefakte dargestellt. Der „Schlüssel“, der schon lange als „Fundstück“ aufbewahrt wird, ist allerdings eine Fälschung. Er wurde im 19. Jahrhundert hergestellt und zeigt das Streben der Menschen nach „begreifbaren“ Zeugnissen der Vergangenheit. Der Großteil der Befunde stammt aus der staufischen Epoche (2. Hälfte 12. Jh.). Sie bestehen hauptsächlich aus den Resten einer Wall-Graben-Wall-Anlage, des quadratischen Fundaments eines Wohnturms sowie eines Grubenhauses mit Stakenlöchern und Webgewicht, das allem Anschein nach zur Textilfertigung genutzt wurde. Hinzu kommt die linke äußere Torwange.
Die Wall-Graben-WallAnlage umgibt das gesamte Bodendenkmal. Durch Abtragen der Spitze des aus einem Felsen bestehenden Hügels und weiteren, zum Teil sehr umfangreichen Planierungsmaßnahmen insbesondere an den Hangkanten, schuf man ein weitgehend ebenerdiges Plateau mit steilen, bis zu neun Metern abfallenden Hängen, denen ursprünglich ein flacher, bis zu einem Meter tiefer, in den gewachsenen Felsen eingetiefter Graben vorgelagert war. In einer zweiten Periode verschloss man die Torrampe und errichtete ein Gebäude mit einem trapezförmigen, steinernen Fundament, welches über eine steinerne Treppe betreten werden konnte. Die Interpretation archivalischer Quellen lässt vermuten, dass die Ketzelburg bereits vor 1200 aufgegeben wurde. Die Auflassung der Burgstelle erfolgte allem Anschein nach nicht durch eine gewaltsame Zerstörung.