Burg Wildenberg – Info

Die Burg Wildenberg im Odenwald liegt auf einem Bergsporn im Mudtal zwischen den Ortschaften Kirchzell (mit den Ortsteilen Buch und Preunschen), Hesseneck und Mudau und damit im Dreiländereck Bayern, Hessen und Baden-Württemberg. Mit den gut erhaltenen Mauern, den imposanten Palasgebäuden und dem mächtigen Bergfried gehört die Wildenberg sicher zu den eindrucksvollsten Bauwerken der Burglandschaft. Durch ihre Verbindung zu Wolfram von Eschenbach ist die Wildenberg auch historisch betrachtet überaus interessant und bedeutsam.
Kontaktdaten:
Stadt-Info
Hanauer Straße 1
Telefon: 06023 / 502112
E-Mail: info@alzenau.de
Web: www.alzenau.de

Angebote & Öffnungszeiten:
Führungen:
Die Burg Wildenberg ist ganzjährig öffentlich zugänglich. Bergfried und Gewölbekeller sind jedoch nur bei Anwesenheit eines Geopark-Vorort-Begleiters zugänglich.
Öffentliche Führungen:
Führungen für Gruppen können über die Buchungsstelle „Netzwerk Burgruine Wildenberg“ gebucht werden. Ansprechpartner ist Herr Christoph Müller im Rathaus Mudau (Schloßauer Straße 2, 69427 Mudau, Tel.: 06284/7827). Preis: 30,- € bis zu 25 Personen, jede weitere Person 1,- € zusätzlich (Kinder bis 16 Jahre sind frei)
Wegbeschreibung:
Hier finden Sie in Kürze eine Wegbeschreibung.
Gastronomie:
Eine Zusammenstellung de Einkehrmöglichkeiten finden Sie auf den Websites der Kommunen im “Netzwerk Burgruine Wildenberg”:
Kirchzell, Mudau, Hesseneck und Amorbach
Burg Wildenberg – Geschichte & Archäologie

Die Burgruine Wildenberg ist eine der kunstgeschichtlich, historisch und literaturgeschichtlich bedeutendsten Burgen Deutschlands. Inschriften am inneren Torbogen künden von den Erbauern: Die Edelherren von Dürn, verdiente Gefolgsleute der Stauferkaiser, errichteten Burg Wildenberg in den Jahrzehnten um 1200 in künstlerisch besonders wertvollen Schmuckformen.
Die Ausbildung einer eigenen Landesherrschaft fand hier ihren sichtbaren Ausdruck. Nach dem Verkauf der Burg und Herrschaft an das Erzstift Mainz im Jahr 1271 blieb hier der Amtssitz der Mainzer Verwaltung bis zur Zerstörung der Burg im Bauernkrieg des Jahres 1525.
Eine besondere Stellung kommt dem Bauwerk dadurch zu, dass sich mit ihm der Name Wolfram von Eschenbachs verbinden lässt. Er hat mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Wildenberg einen Teil seines Parsifalromans geschrieben. Beziehungen zwischen der Burg und diesem Epos gibt es mehrfach. Schon der Name ist eine Übersetzung des Namens der Gralsburg. Auf den großen Kamin im Palas spielt der Dichter an, um die gewaltige Größe der Feuerstellen in der Gralsburg anschaulich zu machen: „Weder einst noch jetzt sah man je so große Feuer hier zu Wildenberg“.
Ein Erdbeben im Jahr 1356 soll die Burg stark beschädigt haben. Im 15. Jahrhundert errichtete Erzbischof Dietrich von Erbach die große Trennmauer im Burghof. Auch der Palas erfuhr, nachdem der Keller gewölbt war, eine Unterteilung. Die Basissteine davon liegen noch an ihrem Platz.
Die ursprüngliche Einrichtung des Burginnern ist noch gut abzulesen. Der Bergfried schützte hinter Graben und Schildmauer die am meisten gefährdete Bergseite und zugleich die im Schatten der Burgmauer angeordneten Wohnräume. Der Torturm enthielt im Obergeschoss die dem Ritterheiligen Georg geweihte Kapelle. An der Talseite steht der Palas. In ihm lagen die repräsentativen Versammlungsräume, unten beheizbar und mit kleinen Fenstern der Raum für die Wintermonate, oben mit lichtspendenden Arkaden der Saal für sommerliche Feste.
Burg Wildenberg

„So groziu fiwer sit noch e sach niemen hie ze Wildenberc jenz waren kostenlichiu werc“. Dass der bekannte Dichter Wolfram von Eschenbach, Verfasser des Pazival, Zeitgenosse Ruprechts, Ulrichs und Konrads von Dürn höchstwahrscheinlich in seinem großen Werk Burg Wildenberg verewigte, ist nicht verwunderlich. Die prächtige Anlage, welche nach Bauinschriften am Torturm von Ruprecht und einem urkundlich nicht genannten Burkert von Dürn errichtet wurde, sucht ihresgleichen. Tatsächlich kommt Ruprecht von Dürn, der bis 1172 auch unter dem Namen „von Frohburg“erscheint, am ehesten als Bauherr der Burg Wildenberg infrage. Da er fast ständig im Gefolge des Königs bzw. Kaisers unterwegs war – er wird in über 150 königlichen Urkunden erwähnt – hatte er jedoch wenig Zeit, den Bau voranzutreiben sowie seinen heimischen Besitz zu verwalten. Vielleicht übernahm das sein Verwandter Burkert von Dürn für ihn, den wir jedoch nur aufgrund der Bauinschrift kennen. Der Bau Wildenbergs auf vermutlich noch unerschlossenem Gebiet – daher der Name – verdeutlicht ein hohes Selbstbewusstsein, welches spätestens mit der teilweisen Nennung Ruprechts I. als „comes“ (Graf) in den Zeugenlisten Mitte der siebziger Jahre des 12. Jahrhunderts erreicht gewesen sein dürfte. Man wird daher gegen Ende dieses Jahrzehnts mit dem Bau des Dynastensitzes begonnen haben, der offensichtlich keinem Lehensherrn unterstand und zum Allod (Eigentum) der Familie gehörte. Auch Ruprechts finanzielle Situation muss hervorragend gewesen sein, denn er beauftragt eine große Anzahl an Fachkräften, was sich anhand der vielen verschiedenen Steinmetzzeichen an den Bauteilen der ersten Bauphase erkennen lässt. Hierzu gehören die beiden Türme, die innere Umfassungsmauer, Teile des südlichen Wohngebäudes sowie das Erdgeschoss des Palas. Nahezu das gesamte Mauerwerk ist in aufwändiger Buckelquader-Bauweise erstellt. Der Torturm mit Kapelle im Obergeschoss kam wohl etwas später hinzu. Sein Glattquader-Mauerwerk muss jedoch nicht zwangsläufig auf eine spätere Bauphase schließen lassen, denn es ist typisch für Sakralbauten. Nach Ruprechts Tod nach 1197 ging sein Erbe an seinen einzigen Sohn Ulrich. Ob das Großprojekt Wildenberg bereits vollendet war, ist fraglich, denn auch Ulrich wird nach wie vor nach Burg (Wall-)Dürn zubenannt. Wärend der turbulenten Zeiten des Thronstreits zwischen Staufern und Welfen ging er auf Kreuzzug und kehrte erst kurz vor seinem Tod nach 1212 zurück. Von seinen beiden Söhne übernahm Konrad die Dürner Herrschaft, Ulrich (II.) trat in den Deutschen Orden ein. Um 1220 urkundete Konrad erstmals unter dem Namen „de Wildenberc“, also seinem jetzigen offiziellen Wohnsitz. Konrad fand, im Gegensatz zu seinen Vorfahren, nie Zugang zum Kaiser. Friedrich II. hatte ihm nach Ableben seines mächtigen Schwiegervaters, Boppo, letzer Graf von Lauffen, dessen heimgefallene Reichslehen vorenthalten. Darum schloss er sich der Erhebung König Heinrichs (VII.) gegen dessen Vater, Kaiser Friedrich II. an. Mit der Niederlage des Sohnes sank auch Konrads Stern tief, wovon sich die Familie von Dürn nie wieder gänzlich erholen sollte. Unter Konrad von Dürn entstand das einst prächtige Palas-Obergeschoss auf Wildenberg, von dem nur noch eine frühgotische Fensterreihe auf der Ostseite zeugt. Mit dem Verkauf der Burg durch Konrads Sohn Ulrich (III.) 1271/72 an den Mainzer Erzbischof Werner von Eppstein endete die Dürner Ära auf der Burg.
Burg Wildenberg – Medien
virtuelle Rekonstruktion:
Impressionen Frühjahr 2015:
Der Bergfried im Frühjahr 2015:
virtuelle Rekonstruktion:
Impressionen Frühjahr 2015:
Der Bergfried im Frühjahr 2015:
Konzept zu einer verbesserten Infrastruktur auf Burg Wildenberg
Burg Wildenberg birgt ein enormes Potential, denn es lockt Interessierte nicht nur wegen ihrer spannenden Historie sondern auch durch ihre direkte Nähe zu Deutschlands längstem MINT-Outdoor-Pfad für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Aktionsfläche „Waldkanzel“) an. Seit Jahren ist das engagierte Team des „Netzwerk Burgruine Wildenberg“ mit der touristischen Aufwertung der Anlage sehr aktiv und agieren als kompetente Projektpartner. Trotz alledem befindet sich Burg Wildenberg gewissermaßen noch immer in einer Art Dornröschenschlaf, denn es verweilen relativ wenig Individualbesucher*innen innerhalb der Burgruine.
Zum Verweilen einladen: Hier möchten wir konkret ansetzen!
Der Vorschlag im Rahmen unseres LandKULTUR-Vorhabens ist, die Infrastruktur an der Burg Wildenberg insofern zu verbessern, indem zunächst saubere und umsetzbare Möglichkeiten für sanitäre Einrichtungen vor Ort zu schaffen wären. Komposttoiletten sind Toiletten, die komplett ohne eine Wasserspülung auskommen. Es handelt sich dabei um eine ökologische, ökonomische sowie geruchsneutrale Alternative zu den gängigen Chemietoiletten oder Plumpsklos. Innerhalb der Komposttoilette könnte des Weiteren ein Prospektständer installiert werden, der Infomaterial der Burglandschaft beinhaltet und beispielsweise Wandernde zu einem spontanen Besuch der Burgruine anreizen soll.
Weiteres hierzu ist dem demnächst erscheinenden umfassenden Handbuch „Starke Burgen – starke Landschaften – starke Bürger“ zu entnehmen.










