Schloss Mespelbrunn in der bayerischen Uraufnahme (1. H. 19. Jhd.) - Quelle: Bayerische VermessungsverwaltungSchloss Mespelbrunn verdankt seine Entstehung einer Schenkung des Mainzer Erzbischofs Johann II. von Nassau. Am 1. Mai 1412 übereignete er seinem kurfürstlichen Forstmeister Hamann Echter den Platz zum Espelborn. Dieser errichtete dann im Talgrund an einem Weiher am Krebsbach ein unbefestigtes Haus. 1427 begann Hamann Echters gleichnamiger Sohn, aus dem unbefestigten Weiherhaus seines Vaters ein befestigtes Haus mit Mauern, Türmen und einem Wassergraben zu machen.

Sein heutiges Aussehen verdankt das Schloss größtenteils Peter Echter von Mespelbrunn und seiner Gemahlin Gertraud von Adelsheim, die über 18 Jahre bis 1569 Umbauten durchführten. Über einem Seitenportal liest sich das Bekenntnis der beiden:

Ehelich Lieb in Gott uns stete Treu
Bringt Glück und Segen ohn alle Reu.
Mit Ernst und Fleiß haben wir Gott vertraut,
Den Unseren zu Gut dies Haus gebaut.

Die Familie brachte im Laufe der Zeit bedeutende Kinder hervor. Am bekanntesten dürfte Julius Echter gewesen sein, Bischof von Würzburg und Gründer der dortigen Universität. Maria Ottilia, die letzte Echter, heiratete 1648 den rheinhessischen Ritter Philipp Ludwig von Ingelheim. Ihr Mann entstammte einem Freiherrengeschlecht, das später in den Grafenstand erhoben wurde. Die beiden durften Namen und Wappen mit kaiserlicher Erlaubnis zusammenführen. Noch heute lautet der Name der Familie „Grafen von Ingelheim genannt Echter von und zu Mespelbrunn“. Die Schlossherren bewohnen immer noch den Südflügel des Hauses, während der Nordflügel kurz nach Beendigung des zweiten Weltkriegs teilweise für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.