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Templerhaus Amorbach – Info

Beim Templerhaus handelt es sich um eines der ältesten erhaltenen Fachwerkgebäude Deutschlands und das älteste Bayerns. Dendrochronologische Untersuchungen datieren das Holz der Fachwerkgeschosse auf das Jahr 1291. Eine solch frühe Datierung ist auch anhand der Bauweise des Fachwerks erkennbar. Im Gegensatz zu späteren Bauten fehlen die konstruktiv vorteilhaften Diagonalverstrebungen. Durch Ausgrabungen ist zudem bekannt, dass die Anlage vermutlich nicht durch Wassergräben oder einen Teich geschützt gewesen war, aber sehr wahrscheinlich im Kontext eines Hofs mit weiteren Nebengebäude stand. Das turmartige Gebäude ist der Überrest des spätmittelalterlichen Adelshofes der Familie „Rüdt“. Dessen Erscheinungsbild muss aber spekulativ bleiben. Später ging die Anlage in bürgerlichen Besitz über.

Der Name des Baudenkmals täuscht: Tatsächlich ist nicht nachweisbar, dass der seit dem 19. Jahrhundert übliche Begriff “Templerhaus” wirklich mit dem Templerorden in Verbindung steht. Noch bis in die 1970er-Jahre war das Gebäude bewohnt. Seit 1981 befindet es sich im Besitz der Stadt Amorbach. In enger Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege wurde das Templerhaus untersucht, dokumentiert und restauriert. Heute ist es ein Museum für spätmittelalterliche Bautechnik und Wohnkultur sowie Raumdekorationen des 16. Jahrhunderts.

Kontaktdaten:
Informationszentrum Bayerischer Odenwald
Schlossplatz 1, 63916 Amorbach
Telefon: 09373 / 200574
E-Mail: amorbach@odenwald.de
Web: www.amorbach.de

Angebote & Öffnungszeiten:

Das Templerhaus kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden. Gruppenführungen sind nach Voranmeldung möglich. An einzelnen Sonntagen finden offene Führungen statt.

Eintrittspreise inkl. Führung:

  • Erwachsene: 4 €
  • ab 20 Personen: 3 € p.P.
  • Mindestpreis pro Gruppe: 60 €
Wegbeschreibung:

WGS 84: 49.645109, 9.216969

Bädersweg 1, 63916 Amorbach

Templerhaus Kleinwallstadt – Geschichte & Archäologie

Der Inhalt dieser Seite wird noch erstellt.

Amorbach

Das im 8. Jahrhundert, noch vor der Entstehung des Bistums Würzburg, auf Reichsboden gegründete Benediktiner-Kloster Amorbach war im Früh- und Hochmittelalter maßgeblich an der Besiedelung des östlichen Odenwaldes beteiligt. Durch Rodung, viele Schenkungen und Zukauf erlangte die Abtei umfangreichen Grundbesitz, den sie von Vögten verwalten ließ. Um die Wende vom ersten zum zweiten Jahrtausends geriet Kloster Amorbach immer mehr in die Abhängigkeit der Würzburger Bischöfe, denen es 993 von König Otto III. unterstellt wurde. Obwohl erst Konrad von Dürn im Jahr 1246 ausdrücklich als Inhaber der Amorbacher Klostervogtei bezeichnet wird, herrscht allgemeiner Konsens, dass bereits sein Großvater Ruprecht I. von Dürn 1168 die weltliche Gewalt der Abtei von Kaiser Barbarossa erhalten hatte. Seit König Konrad III., erster Herrscher aus dem Geschlecht der Staufer, im Jahre 1144 das Kloster Amorbach besucht hatte, übten die Könige selbst die Obervogtei aus. Im selben Jahr war auch Graf Gotebold II. von Henneberg verstorben, dessen Familie in den höchsten Ämtern des Hochstiftes Würzburg tätig war. Es ist darum anzunehmen, dass sich ebenfalls die Vogtei Amorbach bis zu Gotebolds Tod in den Händen der Henneberger befunden hatte. Vermutlich ging die Obervogtei später an König Konrads Sohn, Herzog Friedrich von Rothenburg über, dem der Untervogt Kraft von Schweinberg, benannt nach Burg Schweinberg bei Hardheim, unterstand. Beide verstarben um das Jahr 1167 kinderlos. Friedrichs Erbe kam an seinen gleichnamigen Cousin, Kaiser Friedrich I. Barbarossa, und somit wohl auch die Vogtei. Ruprecht I. von Dürn, der zu diesem Zeitpunkt noch „von Frohburg“ hieß, benannt nach seinem damaligen Wohnsitz, war vermutlich mit der Schwester Krafts von Schweinberg verheiratet. Außerdem war er ein treuer Gefolgsmann des Kaisers. Es ist daher naheliegend, dass Ruprecht von Barbarossa die Untervogtei über Amorbach verliehen bekam. Die enge Verbundenheit mit dem staufischen Herrscherhaus bereitete der Familie von Dürn jedoch Probleme, als die konkurrierenden Welfen um das Jahr 1200 immer mehr die Oberhand bekamen. Zunächst in Person des Pfalzgrafen bei Rhein, als 1195 Pfalzgraf Konrad „der Staufer“ ohne männliche Erben starb und die Rheinpfalz an dessen Schwiegersohn Heinrich von Braunschweig, Sohn des Welfenherzogs Heinrichs des Löwen, überging. Die stetige Expansion der Pfalzgrafen umklammerte immer mehr die Herrschaft der Dürn. Möglicherweise kamen sie 1196 sogar in den Besitz der Amorbacher Obervogtei. Ob sich nach der Machtergreifung des Welfen Ottos IV. (unangefochtener König ab 1208) die Untervogtei überhaupt noch in Händen des Ulrich von Dürn, Sohn Ruprechts, befand, ist fraglich. Das Blatt wendete sich wieder, als der junge Staufer Friedrich II. 1211 die Rückeroberung des deutschen Thrones aufnahm und Otto IV. letzendlich besiegte. Die staufertreuen Herren von Dürn behaupteten sich fortan als Vögte, bis Ulrich III. von Dürn 1272 dem Druck des Erzbistums Mainz nachgab und die Vogtei, zusammen mit weitreichendem Besitz an das Erzstift verkaufte.

 
 
 
 

Templerhaus Amorbach – Medien

Rekonstruktion des Templerhauses Amorbach um 1294

Dieses Modell ist veröffentlicht auf

Sketchfab
.

Der virtuellen Rekonstruktion des Templerhauses liegt ein haptisches Modell zugrunde –
Modellbauer: Dr. Jürgen Jung, Kleinwallstadt. Aus zahlreichen Einzelfotos wurde dieses mittels
Photogrammetrie in ein Computermodell umgewandelt – sozusagen digitalisiert. Es vermittelt einen
Eindruck davon, wie das Templerhaus zu seiner Entstehungszeit um 1294 ausgesehen haben könnte.

Impressionen:
 
 
 
 
 
Amorbach
Templerhaus

Das Faltblatt als Download
(PDF – 3MB)

Die Gesamtbroschüre als Download
(PDF – 15MB)