Tempelhaus Neckarelz

Leicht erhöht liegt das sogennannte Tempelhaus an der ehemaligen Mündung der Elz in den Neckar. Die Ursprünge der Niederungsburg sind nicht genau bekannt, allerdings ist belegt, dass der Ritterorden der Johanniter ab 1300 eine Niederlassung in der Burg unterhielt. Das Tempelhaus gilt somit als die einzige, in der ursprünglichen Form erhaltenen Johanniterburg Baden-Württembergs.
Der „Conradusstein“, eine gut erhaltene Grabplatte in der Nordwand der Kirche wird jüngst als Gründungsurkunde der Burg gedeutet, die demnach von den Johannitern ohne Vorgängerbau an dieser Stelle neu errichtet worden ist. Die Grabplatte berichtet vom Tod des Bruder Conradus am 21. April 1302, der „Priester von Köln, der Gründer dieses Hauses und Kaplan von Boxberg“ war.
Im Jahr 1350 überließen die Johanniter das Tempelhaus dem Ritter Engelhart vo Hirschhorn. Nach mehrfachen Besitzerwechseln gelangte das Tempelhaus 1499 in den Besitz der Kurpfalz. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde das Gebäude als Kornspeicher für die kurpfälzische Amtskellerein verwendet. Sein heutiges Aussehen erhielt die ehemalige Johanniterburg vermutlich in den Jahren 1731 bis 1734, als es zur Kirche Mariä Himmelfahrt der katholischen Gemeinde umgebaut wurde. Der Name „Tempelhaus“ bleibt wie bei vielen gleichnamigen Gebäuden in Spessart und Odenwald ungeklärt, zumal auch hier kein Zusammenhang zum Templerorden bestand.
Das Tempelhaus besitzt heute gleichermaßen den Charakter einer Burg als auch einer Kirche. Wehrhafte Elemente, wie Mauern und Gräben wechseln mit sakralen Bauteilen, wie Glockenturm und Maßwerkfenster ab. Bemerkenswert ist die ehemals zweigeschossige gotische Burgkapelle mit dem Kapitel-Saal über dem Chor. Im Gewölbekeller befindet sich heute eine Unterkirche, die auch als „Krypta“ bezeichnet wird.
Kontaktdaten:
E-Mail: info@foerderverein.tempelhaus-neckarelz.de

Angebote & Öffnungszeiten:
Das Tempelhaus Neckarelz ist nur bei besonderen Anlässen und bei Führungen auf Anfrage geöffnet. Ein ausführlicher Kirchenführer zum Tempelhaus ist für eine Schutzgebühr von 5,- € u.a. bei der Tourist-Info in Mosbach und bei der Katholischen Pfarrei erhältlich.
Wegbeschreibung:
WGS 84: 49.341672, 9.102966
Tempelhaus, Johannitergasse, 74821 Neckarelz
Tempelhaus Neckarelz – Medien
Schulprojekt: Die eigene Burg Alzenau aus Holz
In unmittelbarer Nähe zur Burg liegt die Hahnenkamm-Schule zur Lernförderung. Dort finden regelmäßig Kurse statt, in welchen die Schüler*innen unter der Anleitung eines Zimmerermeisters Objekte aus Holz selbst anfertigen. So entstanden zum Beispiel in den letzten Jahren tolle selbstgemachte Weihnachtsdekorationen. Durch eine identitätsstiftende Aktion möchten wir hier exemplarisch die Kinder und Jugendlichen insbesondere für die „eigene Burganlage vor der Haustür“ und somit für die Regionalgeschichte sensibilisieren. Unter dem Motto „Wir bauen uns unsere eigene Burg“ soll im Rahmen eines solchen Holzwerkkurses die Schulgruppe die Burg Alzenau unter Anleitung nachbauen. Teil unseres LandKULTUR-Konzeptes ist es, neben einer beispielhaften Umsetzung eines solchen Projektes, auch die Visualisierung eines vereinfachten Bauplans einer Burg, der sich insbesondere zum eigenständigen Werken gut eignen soll.
Auf Grund der Corona-Pandemie findet die Umsetzung dieses Schulprojektes voraussichtlich während des Schuljahres 2020/2021 statt.







