Das Schlösschen Michelbach wurde um 1730, teilweise auf den Grundmauern einer zerstörten Wasserburg aus dem 16. Jahrhundert, errichtet. Dendrochronologische Untersuchungen belegen, dass das Holz des im Original erhaltenen Dachstuhls um 1730 gefällt wurde. Auch heute imponiert das Schlösschen als zweigeschossiger barocker Bau mit einem Mansarddach und polygonalen Flankentürmen.
Mehrere adelige Familien wechselten sich ab dem 18. Jahrhundert mit dem Besitz des Schlösschens ab. 1862 erwarb der Frankfurter Tuchhändler David Domer (1815-1899) das Anwesen. Domer spielte für den Weinanbau in Michelbach eine wichtige Rolle. Die Erben von David Domer verkauften 1930 das Schlösschen mit Umfeld an die Gemeinde Michelbach, die das Hauptgebäude dann 1945 der Kirchengemeinde überließ. 1975 wurde durch die Eingemeindung von Michelbach die Stadt Alzenau Eigentümerin. 1980 richtete der Heimat- und Geschichtsverein Alzenau in den Räumlichkeiten eine heimatkundliche Sammlung ein. Nach einer Generalsanierung des Gebäudes im Jahr 2006, befindet sich das Museum der Stadt Alzenau im Schlösschen Michelbach. Die Ausstellung ist nach interaktiven musealen
Gesichtspunkten konzipiert. Das Thema „Regionalität und Wandel“ greift die besondere historische Situation der Stadt Alzenau auf. Die Sanierung wurde vom Bezirk Unterfranken mit dem Denkmalpreis ausgezeichnet.
