Burgengruppe Neckarsteinach – Info

Die Vierburgenstadt Neckarsteinach ist bekannt für ihre Burg- anlagen, die in unmittelbarer Nachbarschaft aufgereiht auf einem Bergsporn bzw. am Hang westlich der Stadt liegen. Alle Burgen sind ca. zehn Gehminuten voneinander entfernt.
Die älteste der vier Burgen, die Vorderburg (1), muss bereits 1142 existiert haben. Sie liegt direkt über der Altstadt und ist mit der Stadtmauer verbunden. Bis 1653 blieb sie im Lehensbesitz der Herren von Steinach. Der Minnesänger Bligger von Steinach lebte hier. Westlich davon wurde einige Zeit später, um 1200, die Mittelburg (2) errichtet. Bei den Bauherren hier handelt es sich vermutlich um die Grafen von Lauffen, welche die Lehnsherren der von Steinach waren. Später wurde die Anlage erst im Renaissance-Stil, dann im Stil der Neogotik umgebaut. Vermutlich war es Gerhard von Schauenburg, der gegen 1220/1230 die Hinterburg (3) als dritte Burg erbauen ließ. Bei ihm handelt es sich um einen Erben der von Lauffen, welche 1219 ausstarben. Er übernahm sich finanziell, stellte den Bau ein und ließ die Burg wüst liegen. Erst Mitte des 14. Jahrhunderts kam es zum Ausbau. Die Burg wurde während des Dreißigjährigen Krieges zerstört. Zuletzt entstand um das Jahr 1335 Burg Schadeck (4), das „Schwalbennest“, direkt auf einem Felssporn. Erzbischof Balduin von Trier erbaute diese Burg — unrechtmäßig! Tatsächlich erwarb er erst nachträglich den Grundbesitz hierfür von den Herren von Steinach.
Kontaktdaten:
Tourist-Informatin Nackarsteinach
Hauptstr. 7
Telefon: 06229/ 92000
E-Mail: info@neckarsteinach.de
Web: www.neckarsteinach.de
Info-Zentrum Neckarsteinach
Neckarstraße 47
Telefon: 06229 / 708491
E-Mail:geopark@neckarsteinach.de

Angebote & Öffnungszeiten:
Vorderburg, Mittelburg: Privatbesitz, Besichtigung nur mit Genehmigung (Kontakt: Baronin Ulrike von Warsberg, Tel.: 06229 / 454, office@mittelburg.net)
Hinterburg, Burg Schadeck: ganzjährig frei zugänglich
Burgenführer (Kontakt: Info-Zentrum Neckarsteinach
Wegbeschreibung:
(1) / (2) WGS 84: 49.409486, 8.834102
Schlosssteige, 69239 Neckarsteinach
(3) / (4) WGS 84: 49.409500, 8.826613
Burgenweg, 69239 Neckarsteinach
Vier Burgen Neckarsteinach – Geschichte & Archäologie
Burgengruppe Neckarsteinach – Medien
Die Hartbergschule Mosbach nimmt im Rahmen der Medienbildung am Projekt „3D-erleben“ des Kulturministeriums Baden-Württemberg teil. Unter dem Motto „Ritter und Burgen“ erstellte die Klasse 7/8/9 b eine digitale VR-Tour zu dem Projekt „Burgen im Neckartal“. Dafür filmten die Schüler*innen die Burg mit einer 360°-Kamera und einer Drohne ab und beschäftigten sich intensiv mit der Geschichte und Bauforschung der Anlage. Das Projekt wurde dabei durch die Burglandschaft unterstützt. Zusammen mit Sprechtexten ist eine mit VR-Brille sichtbarer virtueller Rundgang entstanden, der nicht nur den Schüler*innen im Schulunterricht sondern auch der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung steht. Ferner wird somit ein barrierefreier Rundgang durch die Burgruinen ermöglicht. Aus Rücksichtnahme auf die Privatsphäre der Eigentümer der Vorder- und Mittelburg wurde das Projekt auf die Hinterburg und Burg Schadeck beschränkt.
Die Dreharbeiten vor Ort wurden von dem Burgenforscher Nicolai Knauer und dem Team der Burglandschaft begleitet. Die Filmaufnahmen mit der 360°-Kamera und der Drohne wurden von den Jugendlichen weitestgehend selbständig durchgeführt. Des Weiteren wurden Nicolai Knauers Ausführungen durchgängig mitgeschnitten, welche als Grundlage für die weitere Bearbeitung des Rohmaterials verwendet wurde. Auch für die umfassenden Rückfragen der Jugendlichen stand der Burgenforscher zur Verfügung. Im Rahmen des Schulunterrichtes fanden in den darauf folgenden Wochen die Nachbereitung und Fertigstellung der VR-Tour statt. Auch zeigte sich der Burgenforscher Thomas Steinmetz dazu bereit seine umfangreichen Publikationen zu den Burgen Neckarsteinach jugendgerecht umzuformulieren. Dieser Text unterstützte die Schulgruppe zusätzlich bei der Nachbereitung. Auf Grund der Corona-Pandemie musste die Finalisierung der VR-Tour aufgeschoben werden, welche aber nun jüngst abgeschlossen ist.
Es ist geplant – sobald sich die allgemeine Corona-Lage entspannt hat – eine Abschlussveranstaltung durchzuführen, um das Projekt der Öffentlichkeit vorzustellen. Näheres hierzu finden Sie dann auf unserer Homepage und Facebook-Seite!
Direktlink auf die Seite der Hardbergschule
Das Schulprojekt war Teil der Fördermaßnahme LandKULTUR.


Schulprojekt: Die eigene Burg Alzenau aus Holz
In unmittelbarer Nähe zur Burg liegt die Hahnenkamm-Schule zur Lernförderung. Dort finden regelmäßig Kurse statt, in welchen die Schüler*innen unter der Anleitung eines Zimmerermeisters Objekte aus Holz selbst anfertigen. So entstanden zum Beispiel in den letzten Jahren tolle selbstgemachte Weihnachtsdekorationen. Durch eine identitätsstiftende Aktion möchten wir hier exemplarisch die Kinder und Jugendlichen insbesondere für die „eigene Burganlage vor der Haustür“ und somit für die Regionalgeschichte sensibilisieren. Unter dem Motto „Wir bauen uns unsere eigene Burg“ soll im Rahmen eines solchen Holzwerkkurses die Schulgruppe die Burg Alzenau unter Anleitung nachbauen. Teil unseres LandKULTUR-Konzeptes ist es, neben einer beispielhaften Umsetzung eines solchen Projektes, auch die Visualisierung eines vereinfachten Bauplans einer Burg, der sich insbesondere zum eigenständigen Werken gut eignen soll.
Auf Grund der Corona-Pandemie findet die Umsetzung dieses Schulprojektes voraussichtlich während des Schuljahres 2020/2021 statt.







