Die Geschichte der Burg Rieneck
Die Höhenburg diente den Grafen bis Ende des 13. Jahrhunderts als politisches und militärisches Zentrum im Spessart, zur Wahrnehmung ihrer Amtslehen, zur Entwicklung einer Grafschaft sowie zur Sicherung ihrer Allodialgüter und ihrer Interessen gegenüber den umliegenden Terri torien von Kurmainz, Hochstift Würzburg und Stift Fulda.
Unter militärischen Gesichtspunkten war der Standort gut gewählt, denn der kleine Hügel im Tal der Sinn musste dank natürlicher Hindernisse nur an einer Seite durch einen Wehrgraben zusätzlich geschützt werden. Die Burganlage des 12. Jahrhunderts bestand zunächst nur aus dem von Befestigungsmauern umgebenen Burghof, den innerhalb des Mauerringes gelegenen Wohn- und Wirtschaftsgebäuden in Fachwerkbauweise sowie dem mächtigen siebeneckigen Bergfried, der sog. „Dicke Turm“, an seiner Westflanke. Mit Kochstelle, Waschbecken und einem „heimlichen Ort“, einer Toilette, war dieser für damalige Verhältnisse sehr bequem eingerichtet. Die mit einem eigenen Zugang ausgestattete dritte Etage beherbergte die Kemenate, sozusagen das Kaminzimmer. In die bis zu acht Meter starke Mauerwandung des Bergfrieds ist als besondere Sehenswürdigkeit die kleeblattförmige romanische Turmkapelle „St. Mariae“ einzigartig auf dem europäischen Festland. – eingelassen Im 13. Jahrhundert wurde die Burganlage stärker befestigt – und ausgebaut. Repräsentative Wohngebäude aus Stein und die romanische Hofkapelle im Burghof entstanden. Zur besseren Sicherung der Burg wurde der achteckige sog. „Dünne Turm“ mit nur wenigen, hochgelegen Zugängen errichtet.
