Alsbacher Schloss

2026 Aktuell: Burg vor ungewisser Zukunft
Die Burg kann in Teilen nicht mehr betreten werden, da akute Einsturzgefahr besteht. Aufgrund hoher Kosten und eines erheblichen Sanierungsstaus sehen sich die ehrenamtlich Engagierten gezwungen, ihre Arbeit einzustellen. Die Anlage geht zurück an das Land – wie es weitergeht, ist derzeit ungewiss.
Der Fall zeigt erneut, wie dringend tragfähige Konzepte und verlässliche Strukturen für den langfristigen Erhalt unserer historischen Bauwerke gebraucht werden.
Das sogenannte „Alsbacher Schloss“ ist die historische Burg Bickenbach der Ende des 15. Jahrhunderts ausgestorbenen hochadligen Herren von Bickenbach. Deren erste Burg war die heute als „Weilerhügel“ bekannte Turmhügelburg nahe Bickenbach. Im Jahre 1241 wird urkundlich erstmals die über dem Dorf Alsbach gelegene neue Burg erwähnt, die kurz zuvor erbaut worden sein wird. Aus deren Frühzeit ist wenig bekannt, die Vorburg wird aber bereits im 14. Jahrhundert erwähnt.
Im 15. Jahrhundert gelangte die Burg im Zuge der Interessenverlagerung der Herren von Bickenbach in die Hand der Schenken von Erbach (Odenwald) und wurde im Jahre 1504 vom Landgrafen von Hessen erobert und in der Folgezeit dauerhaft in Besitz genommen. Bis in den Dreißigjährigen Krieg hinein war die Burg intakt und eine Zufluchtsstätte der Alsbacher Bevölkerung und ihrer Habe in den Kriegsjahren ab 1618. Die Kriegsereignisse und die Nachkriegszeit machten die Burg schließlich zur Ruine, um deren Erhaltung man seit dem 19. Jahrhundert bemüht ist. Heute betreibt der engagierte Förderverein Schloss Alsbach die Ruine.
Angebote & Öffnungszeiten:
Derzeit ist die Burg geschlossen!
Gastronomie:
Die Burgruine verfügt über eine einzigartige Burgschänke mit saisonalem Angebot, die Donnerstag bis Sonntag von 13.00 bis 18.00 Uhr, Samstag und Sonntag sogar von 12.00 bis 18.00 Uhr geöffnet ist.
www.burgschaenkeaufschlossalsbach.de
Wegbeschreibung:
Die Zufahrt zur Burgruine ist, beginnend in der Alsbacher Ortsmitte bzw. Durchgangsstraße ausgeschildert und führt durch ein schmales Tälchen zum ausgedehnten Parkplatz direkt unterhalb der Burg.
Zum Schloss, 64665 Alsbach-Hähnlein
Alsbacher Schloss – Geschichte
Burg Bickenbach wurde etwa um 1235 von den Herren von Bickenbach auf der 257 m hohen Anhöhe über dem Dorf Alsbach, das schon 773 im Lorscher Codex erstmals erwähnt wurde, erbaut. Vorgänger war wahrscheinlich eine Motte bei Alsbach, auf dem sogenannten Weilerhügel. Seit dem 14. Jahrhundert war die Burg eine Ganerbenburg im gemeinsamen Besitz von sechs Eigentümern. Nach Raubüberfällen eines der Ganerben, Hartmann (auch Hamman) Ulner von Dieburg, auf Kaufleute der Stadt Frankfurt am Main berannte die Stadt im Jahre 1463 die Burg und brannte sie nieder. Die Anlage wurde jedoch bald wieder errichtet.
Von 1483 bis 1502 gelang es einem der Ganerben, Erasmus Schenk von Erbach († 1503), nahezu alle anderen Ganerben (darunter den Erzbischof von Mainz und die Grafen von Mansfeld) auszukaufen und die Burg und Herrschaft zu 5/6 in seinen Eigenbesitz zu bringen, und schon ab 1488 nannte er sich „Herr zu Erbach und Bickenbach“.
Als im Jahre 1504 der Landshuter Erbfolgekrieg, die sogenannte „Bayrische Fehde“, ausbrach, wurde Ruprecht von der Pfalz wegen seines Erbstreits mit Herzog Albrecht IV. von Bayern am 23. April von König Maximilian I. mit der Reichsacht belegt. Landgraf Wilhelm II. von Hessen, von Maximilian mit dem Vollzug der Acht betraut, nahm zunächst die pfälzische Burg Otzberg ein und belagerte danach, da die Schenken von Erbach Pfälzer Vasallen waren, das Alsbacher Schloss. Der Burgkommandant Hans Gans von Otzberg ließ es auf einen Sturm nicht ankommen und übergab dem Landgrafen am 9. Juni 1504 die Schlüssel der Burg. Nach dem Ende des Erbfolgekriegs gab Landgraf Wilhelm die Burg und das Amt Bickenbach nicht mehr heraus. Wilhelms Sohn Philipp der Großmütige ließ die Verteidigungswerke instand setzen und verstärken. In seinem Testament übertrug er die Burg und das Amt Bickenbach seinen Söhnen aus seiner Morganatischen Ehe mit Margarete von der Saale, den Grafen zu Diez. Sie scheinen es schon um 1562 in Händen gehabt zu haben. Nachdem 1575 der letzte der Grafen von Diez gestorben war, fiel der Besitz im Jahre 1577 an Landgraf Georg I. von Hessen-Darmstadt.[2]
Im Laufe des 17. Jahrhunderts, vor allem jedoch im 18. Jahrhundert verfiel die Burg zusehends, so dass die Anlage heute lediglich als Ruine erhalten ist.
Die Kernburg war in einer klassischen Dreiecksform angelegt worden. Teile der äußeren Ringmauer sowie ein schmaler Zwinger sind ebenfalls erhalten. Am beeindruckendsten ist mit Sicherheit der mächtige – restaurierte – Bergfried, welcher u. a. von der Wehrmauer her zugänglich ist.
Alsbacher Schloss – Medien













