In der bayerischen Uraufnahme (1. H. 19. Jhd.) ist die hofartige Struktur der Wehrkirche besser erkennbar als heute. - Quelle: Bayerische VermessungsverwaltungDiese spätromanische Anlage, ein einfacher Saalbau in den Maßen der Martinskapelle, wurde im späten 15. Jahrhundert durchgreifend verändert. Aus dieser Zeit stammen u.a. die spätgotischen Portale. 1749 bis 1753 wurde die Kirche nach Westen erweitert, wobei an dieser Stelle die Wehrmauer aufgegeben wurde.

Von der Befestigung der Wehrkirche sind heute nur kleine Mauerteile und das zweigeschossige, südlich an die Kirche angebaute Torhaus erhalten. Einen wehrhaften Eindruck vermittelt der viergeschossige Kirchturm, der im Jahr 1585 seine Glockenstube und den hohen spitzen Helm erhielt. Im zweiten Stock des Turms liegen kleine Schießscharten und im dritten Stock kleine zur Verteidigung geeignete Rechteckfenster. Bis 1820 befand sich im Hof ein 1347 erstmals erwähnter Friedhof.

Ein mittelalterlicher Karner wurde in den 1970er Jahre abgerissen. Die kunstvolle Figur eines auferstandenen Christus im Spitzbogenfeld über dem Hauptportal ist unter dem Einfluss der Frankfurter Dombauhütte entstanden. Im Inneren ist die Orgel des Marktheidenfelder Orgelbaumeisters Johann Conrad Wehr, die 1749 eingebaut wurde, sehenswert.

Weitere Informationen gibt es auf dem Kulturweg „Mainhölle und Bildermeer“ des Archäologischen Spessartprojekts.